Wir wollen in den Urlaub fahren...

Üblicherweise erwartet man hierzu eine längere Autofahrt oder einen Flug zum Urlaubsort in einem fernen Land, um dort den Urlaub so richtig genießen zu können. Ausspannen und Nichtstun ist angesagt.
Ein Urlaub dieser Art hat natürlich seine Reize - kein Zweifel.

Aber beim Überdenken der Alternativen ist uns etwas viel spannenderes eingefallen:

Wir fahren mit unseren Fahrrädern von zu Hause los. Als Strecke bietet sich an, die Ruhr abwärts bis zum Rhein, den Rhein abwärts bis zur Nordsee, die Nordsee entlang bis zur Ems, die Ems aufwärts bis fast nach Hause (das letzte Stück geht über das Land, ohne ein Gewässer zur Orientierung).

Die Gesamtstrecke ist ungefähr 1100 Kilometer lang. Das hört sich im ersten Moment viel an, ist es aber nicht. Wir haben nämlich 30 Tage Zeit.
Rechnet man eine Tagesleistung von 50 Kilometern, brauchen wir nur 22 Tage zu fahren und können 8 Ruhetage einlegen. Eine Tagesetappe von 50 Kilometern ist - wie wir glauben - kein großes Problem, da wir während der Vorbereitungszeit in diesem Jahr auch schon über 40 Kilometer an einem Nachmittag gefahren sind. Diese Trainingsfahrten fanden auf anspruchsvolleren Strecken statt, die einige Steigungen aufwiesen.

Das Wichtigste bezüglich unserer Planungen ist, dass wir jederzeit die Fahrt abbrechen können und werden, wenn es einen wichtigen Grund dafür gibt. Ein wichtiger Grund ist es für uns in jedem Fall auch, wenn eines unserer Kinder uns glaubhaft versichert, keine Lust mehr zu haben und den Rest der Zeit lieber am Strand, auf dem Campingplatz oder auch zu Hause verbringen zu wollen.

NOTFALLPLAN:

Für Notfälle haben wir mit unserem Freund Michael eine 48 Stunden Rückholvereinbarung getroffen. Dank eines großen Anhängers können wir uns mit der kompletten Ausrüstung abholen und nach Hause bringen lassen. Die (von uns vorgegebene) Reaktionszeit von 48 Stunden will Michael Michael nicht ausschöpfen. Er hält ein Aufsammeln nach 5-6 Stunden nach Alarmierung für realistischer.
Natürlich gehen wir davon aus, dass dieser Plan Theorie bleibt und nicht zur Ausführung kommt.

Training:

Natürlich haben wir auch trainiert, damit das Fahrradfahren nicht vollkommen ungewohnt für uns ist. In den letzten Wochen sind wir im Familienverbund ca. 250 Kilometer gefahren.
Da ich (Kai) als Zugmaschine für den Anhänger eingeplant bin, habe ich auf dem Weg zur Arbeit ein paar Trainingsfahrten mehr absolviert und bin in den letzen 2 1/2 Monaten insgesamt 1200 Kilometer auf meinem neuen Fahrrad gefahren.

Ausrüstung:

Unmittelbar vor der Fahrt wurden natürlich alle unsere Fahrräder noch einmal vom Fachmann bzw. Hersteller/Verkäufer inspiziert.

Natürlich ist es nicht ganz so einfach, das Gepäck für diese Tour unterzubringen. Daher haben wir uns so einen Kinderfahrradanhänger gekauft, bei dem man die Sitzbank herausnehmen kann. Zusätzlich noch ein paar Gepäcktaschen an die Fahrräder der Eltern und das Gröbste sollte unterzubringen sein. Für ein paar Kleinigkeiten hat Noa noch zwei Taschen am Gepäckträger, die aber wohl Kuscheltiere, Kopfkissen und andere leichte Gegenstände enthalten werden.

Das schwerste Gepäckstück ist unser Zelt, auf das wir aufgrund der Kosten und der Flexibilität nicht verzichten wollen. Eine Übernachtung in der Jugendherberge ist wunderbar bequem, aber leider auch doppelt so teuer wie eine Nacht im Zelt. Außerdem gibt es viel mehr Campingplätze als Jugendherbergen. Daher werden wir bei gutem Wetter zelten und bei nicht so gutem Wetter - oder wenn uns danach ist - den Luxus in einer Jugendherberge in Anspruch nehmen.

Navigation:

Für die Strecken innerhalb von Deutschland werden wir uns anhand der ADFC Radtourenkarten Münsterland und Niederrhein (Nr. 10) und Ostfriesland und Emsland (Nr. 5) orientieren. In den Niederlanden zählen wir auf die gut ausgeschilderten Radwege und probieren mit Straßenkarten im Maßstab 1/200.000 (Niederlande Nord und Niederlande Süd, Michelin) zurecht zu kommen.
In den Karten sind Campingplätze eingezeichnet. Für die Jugendherbergen werden wir die entsprechenden Seiten aus dem Deutschen und Internationalen Jugendherbergsverzeichnis mitnehmen.

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